Segeltörn 2020
Vom 17. bis 21- August 2020

Einen spontanen Segeltörn über 5 Tage hatte Organisator Klaus-Michael Tront mit Skipper Martin Duba ausgehandelt. Vom 17. bis zum 21. August sollte es mit dem Dreimastgaffelschoner Regina Maris durch die Ostsee gehen. Aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Krise war die Teilnehmerzahl auf max. 20 Personen begrenzt. 9 davon kamen aus der Reutlinger/ Tübinger Gegend und reiste deshalb mit der Bundesbahn an, eine weitere Teilnehmerin stieg in Stuttgart zu. Ihr konnte dann auch gleich zum Geburtstag gratuliert werden. Über Nacht ging es dann weiter bis nach Hamburg, wo wir sogar 9 min. vor der offiziellen Ankunftszeit eingetroffen sind. Das wurde dann auch durch den DB-Sprecher extra betont. Dadurch konnte der Zug nach Kiel problemlos erreicht werden und so traf man zwar müde, aber pünktlich in Kiel ein.
Da es noch genug Zeit bis zum Bordtermin war, genehmigten wir uns noch ein Frühstück in einem Bahnhof-Cafe. Dort stieß dann auch eine weitere Teilnehmerin aus Bad Segeberg dazu. Gesättigt und durch den Kaffee wieder etwas wacher ging es dann weiter mit dem Bus bis zum Institut für Weltwirtschaft und von dort noch ein paar Meter zu Fuß zur Blücherbrücke, an der uns die Regina Maris samt Besatzung bereits erwartete. Ein herzliches Hallo von Skipper Martin, seiner Frau Uschi, dem Matrosen Mathieu und Bordhund Bello mit den schon mal Dabeigewesenen und den neuen Teilnehmern. Nach einem kleinen Rundgang über das Schiff wurden die Kammern belegt und kurz darauf auch die Verpflegung angeliefert. Ein „Allemannsmanöver“ wie es bei der Seefahrt heißt, stand nun an, denn alles musste zunächst kontrolliert und dann entsprechend an Bord seefest verstaut werden. Die restlichen Teilnehmer, die mit dem Auto aus Aschaffenburg angereist sind, hatten nicht so viel Glück bei der Anreise und so erklang der Ruf von Skipper Martin „Alle Leinen los und ein!“ erst kurz nach 12:00 Uhr.

Um auch den vorbeifahrenden Schiffen zu zeigen, welche Crew hier an Bord ist, wurden gleich die Fahnen, der Schützengilde und der Tübinger NeckarSegler unter der Fahne der Chartergesellschaft TSC gesetzt.
Kurz danach die Einweisung, die heute durch Teilnehmer Markus durchgeführt wurde und dann gingen auch gleich die Segel hoch.

Er war schon bei einigen Törns dabei und konnte so den Neuen erklären, wie das mit dem Segel setzen so funktioniert. Mit den drei Großsegeln, Schoner, Groß und Besan, der Fock und dem Innen- und Außenklüver gingen dann auch fast alle verfügbaren Segel nach oben. Hier merkte man dann doch die coronabedingte, kleinere Crew und es dauerte eine gewisse Zeit, bis alle Segel gesetzt waren. Die Mühe wurde dann aber mit dem Ausschalten des Motors und der darauffolgenden Ruhe belohnt. Mit 7,5 Knoten ging es durch die Kieler Förde hinaus in die westliche Ostsee.

Richtung Sonderborg, so der Plan, der sich wie immer nach dem Wind und der Laune des Skippers richtet. Aber der Kurs wurde um 16:30 Uhr geändert und es sollte die Geltinger Bucht in der Flensburger Förde angelaufen werden. Doch bereits 45 min später drehte der Wind und der Kurs ging wieder Richtung Sonderborg. Von diesem hin und her, ließ sich die für heute eingeteilte Backschaftercrew Karin, Krissi, Anett und Bernd aber nicht beeindrucken und bereitete in der Kombüse das für heute geplante Abendessen vor. Ein schwäbisches Nationalgericht, dass traditionell bei jedem Törn eingeplant wird, stand auf dem Speiseplan. Linsen, Spätzle und Saiten, wobei die Spätzle selbstverständlich mit dem Spätzlesschwob handgedrückt werden. Das heutige Ziel, die dänische Stadt Sonderborg kam in Sicht und so ließ der Ruf vom Skipper: „Segel einholen!“ nicht lange auf sich warten.

 

Hier konnten sich die Erfahrenen beim Einpacken der Segel auch gleich einbringen, denn das ist bei der Fock und den Klüversegeln nicht ganz so einfach. Hinaus ins Klüvernetz oder auf dem Fockbaum, der gerne ein wenig hin und her wackelt, erfordert schon ein wenig Mut, aber auch Geschick mit dem Umgang von Leinen und dem Einpacken der Segel.

 

 

Doch auch die Neuen wurden hier gleich eingewiesen und waren mit Begeisterung dabei.

 

 

 

Denn das Aufschießen der Leinen ist wichtig, um für den Skipper, aber auch für Außenstehende einen aufgeräumten Anblick zu schaffen.

 

 

 

Durch die speziell für Großsegler erarbeitete Hygienevorschrift begann die für heute eingeteilte Reinschiff-Gruppe mit dem Abend-Reinschiff. Kurze Pause für beide Gruppen, um das „Auf und Zu“ der Klappbrücke in der Hafeneinfahrt von Sonderborg zu bestaunen.

 

 

 

 

Nach der Brückendurchfahrt dann gleich festmachen an der Pier und Dank den Erfahrenen unter den Teilnehmern, konnte Skipper Martin das obligatorische Anlegebier gleich kurz danach in Empfang nehmen. Dann ertönte auch schon der Ruf aus der Kombüse, dass das Abendessen fertig ist. Alle ließen es sich schmecken und es gab großes Lob für dieses schwäbische Menü!

Da es beim Ablegen in Kiel etwas schnell gehen musste, wurde die Einweisung über das Verhalten an Bord, zum Essen und Trinken und den speziellen Reinschiff-Aktionen jetzt nachgeholt. Danach war Landgang angesagt, die Stadt und den Hafen zu erkunden und dabei Ausschau nach einem Bäcker halten, um die für das Frühstück benötigten Brötchen zu bestellen. Aber auch ein gemütliches Beisammensein an Oberdeck konnte man bei angenehmen Temperaturen genießen. Ein langer Abend wurde es nicht, hatten wir doch durch die Übernacht-Anreise, ein wenig Schlaf nachzuholen und so suchte man bei Zeit die Kojen auf. Frühstück ab 8:00 Uhr, so die Planung. Also musste die eingeteilte Gruppe schon etwas früher mit der Vorbereitung beginnen. Das funktionierte aber sehr gut und auch die bestellten Brötchen waren bereits abgeholt und so konnte man es sich an einem gut sortierten Frühstücksbuffet schmecken lassen. Um 10:15 Uhr hieß es dann wieder „Alle Leinen los und ein!“ Richtung Als Fjord, so der Plan von Skipper Martin. Aber da der Wind noch nicht so richtig wach war, liefen wir zunächst unter Motor. Doch kurze Zeit später war auch dieser aufgewacht und die Segel konnten gesetzt werden. Jetzt ging es mit dem Segel ziehen schon ein wenig schneller und besser, denn auch die Neuen wussten, wo sie mit anpacken mussten.

Alles geschafft, bei gutem Wind geht es weiter in Richtung Norden, zunächst in den Als Fjord und dann hinaus in die westliche Ostsee. Da kommt aber eine dunkle Wolke hinter uns her, bringt die Regen, so die Frage der Teilnehmer. Die holt uns nicht ein, meinte Skipper Martin. Doch hier machte der zunächst nachlassende Wind einen Strich durch die Planung. Erst langsam und dann immer schneller kommt die Regenfront näher und heftige Böen zwingen uns die Segel so schnell wie möglich einzuholen.

 

Da die Böen auch starken Regen mitbringen sind alle binnen kurzer Zeit „Seuchnass“, wie man es im Schwäbischen treffend bezeichnet. Doch bei den angenehmen Temperaturen können alle darüber lachen und nach kurzer Motorfahrt gehen die Segel wieder hoch. Jetzt ist wieder relaxen angesagt, was von vielen dazu genutzt wird sich trocken zu legen und eine Tasse Kaffee oder Tee zu genießen. Die Insel Lyö wird unser heutiges Ziel sein.

 

 

Ein kleines Eiland, zwischen den größeren Inseln Fyn und Als, südlich des Kleinen Belt. Der Hafen liegt im Norden der Insel und unser Anlegeplatz dann direkt neben dem Fähranleger. Leinen fest, Landanschluss gelegt, Generator aus, so der übliche Ablauf beim Anlegen in einem Hafen.

 

 

 

Doch hier gab es mit dem Strom leichte Probleme. Woran das wohl liegt?? Immer wieder fallen die Sicherung beim Landanschluss. Nach kurzer Zeit war der Fehler gefunden, die Kombüse ist schuld. Der für das heutige Abendessen notwendige Backofen, benötigt zu viel Strom. Also wird von Matrose Mathieu kurzerhand der Generator angeworfen und die Kombüsen-Crew kann mit der Zubereitung der Lasagne, die heute mit Hackfleischsoße und einer vegetarischen Variante geplant ist, fortfahren.

 

 

Ein Teil der Crew nützt den nahen Steg für eine kleine Erfrischung mit einem Bad in der Ostsee, um sich dann mit großem Hunger an Oberdeck das Abendessen schmecken zu lassen. Danach gibt es ein Kompliment von allen an das Backschafter-Quartett Sarah, Orianna, Gulmira und Maren und als Nachtisch eine Mirabelle oder eine Palmisch-Birne in flüssiger Form.

 

Der Abend wird an Oberdeck, auf der Pier oder mit einem kleinen Rundgang über die Insel verbracht. ( Bild 32 ) Bevor die Backschafter-Crew mit der Vorbereitung des Frühstücks beginnt, sind schon ein paar Frühschwimmer unterwegs zu einem erfrischenden Morgenbad. ( Bild 33 )

 

 

Die bestellten Brötchen müssen hier nicht durch einen langen Spaziergang geholt werden, sondern der Hafenmeister bringt sie persönlich vorbei. Auch eine Besonderheit, so die Teilnehmer, die schon ein paar Törns auf der Regina Maris mitgemacht haben.

Nach einem wieder ausgiebigen Frühstück geht es mit den Fahrrädern, die im Hafen gemietet werden können, zu den Klokkestenen, den hohlen Steinen. Eigentlich eine kurze Tour, aber der Zustand der Fahrräder macht es dem einen oder anderen doch etwas schwer die knapp 3 km zu überbrücken. Doch alle kamen wieder an der Pier an und um 11:00 Uhr ging es bei strahlendem Sonnenschein wieder hinaus in die Ostsee.

 

 

Es weht zwar ein leichter Wind, leider aber aus der falschen Richtung. „Ihr seid ja nicht zum Spaß an Bord, oder“ kam die Frage von Skipper Martin und so gehen zwar alle Segel hoch, aber angetrieben werden wir mit dem Motor, um unser heutiges Ziel, den Hafen von Marstal auf der Insel Ärö zu erreichen. Keine Segelmanöver und herrliches Wetter, also ist relaxen angesagt.

 

 

Lesen, spielen, unterhalten oder einfach auf den Klüverbaum setzen und die Seele baumeln lassen!

 

 

 

 

Das schöne Wetter ist dann auch Anlass für einen Speiseplanwechsel. Eigentlich ist heute der Gaisburger Marsch eingeplant, aber bei diesen Temperaturen wird kurzfristig auf das Grillen, dass für den nächste Tag angesagt war, umgestellt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann gehen die Segel wieder runter und müssen wieder eingepackt werden. Bereits am frühen Nachmittag legen wir an der Pier im Hafen von Marstal an. Alles läuft schon gut eingeübt ab. Leinen fest, Landanschluss eingesteckt, Anlegebier serviert. Skipper Martin ist zufrieden, nicht zufrieden ist er mit der von ihm für den morgigen Tag vorbereiteten Pilzsuppe. Aufgrund seiner Hilfe beim Festmachen von weiteren Segelbooten an der Pier und an unserer Backbordseite, hat sich die Suppe etwas heftig am Topfboden festgesetzt und konnte leider nur noch von den Fischen genossen werden. Die frühe Anlegezeit ermöglicht einen ausgiebigen Landgang zur Ortserkundung ( Bild 47/ 48 ) und der Suche nach einem geeigneten Strand zum Schwimmen.

Aber auch ein Besuch des Schifffahrtsmuseums ist angesagt. Gegen Abend treibt der Hunger alle wieder zurück zum Schiff.

 

 

 

Grillen an Bord mit dem speziell dafür gebauten Rost, der über die Bordwand gehängt wird, ist aufgrund eines neben uns liegenden Schiffes nicht möglich. So wird einer der drei Grillroste in Beschlag genommen, die ein paar Meter vom Schiff entfernt fest auf der Pier angebaut sind. Geduld ist beim Entfachen des Feuers angesagt. Mit Hilfe einer Handluftpumpe wird die Glut immer wieder angeblasen und dann ist es endlich geschafft und Grillmeister Thomas beginnt mit dem Auflegen des Grillgutes. Unterstütz wird er von Selma, Anja und Ralph, der heutigen Küchencrew, die für die Zubereitung der Salate zuständig sind. So können alle ihren Hunger stillen und auch für unsere mehr vegetarisch ausgerichteten Teilnehmer gibt es eine zufriedenstellende Auswahl. Damit auch der Grillchef zu seinem Essen kommt, gibt es ein weiteres Highlight bei diesem Törn. Sarah, eigentlich nicht für Fleisch und Wurst zu begeistern, übernimmt das Grillen, was sie wohl bisher noch nie gemacht hat. Das klappt jedoch ganz gut und ist ein weiterer Beweis, dass die Anpassungsfähigkeit bei einem Segeltörn wichtig ist und besonders gefördert wird. Nach diesem ausgiebigen Mahl für alle Geschmacksrichtungen, wird dann an Oberdeck der bei diesen Törns schon obligatorische „Schwaben Tequilla“ angeboten. Ein klarer Schnaps, eine Scheibe Schwarze mit einem Tupfen Senf. Nicht alle können sich dafür begeistern. Mehr Begeisterung dann für den weiteren Ablauf des Abends.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Denn der wird musikalisch. Dass Thomas nicht nur mit dem Grill, sondern auch mit der Gitarre umgehen kann, beweist er mit vielen bekannten, aber auch nicht so bekannten Liedern. Diese werden dann, durch schnelle Textsuche auf dem Handy, von der Crew stimmgewaltig unterstützt. Und auch Jockel beherrscht dieses Instrument hervorragend und so lösen sich die beiden immer wieder ab. Von den beiden animiert, zaubert Matrose Mathieu eine Ukulele hervor und trägt so zu einem unterhaltsamen Abend bei, der auch von unseren Nachbarbooten mit viel Beifall aufgenommen wird. Ein bedeckter Himmel mit einem leichten Wind erwartet uns am nächsten Morgen und der Großteil zieht es vor, dass wieder ausgiebige Frühstück heute in der Messe einzunehmen. Ablegen um 9:30 Uhr, geplantes Ziel ist Eckernförde.

Gleich nach der Hafenausfahrt gehen die Segel hoch und schon nach kurzer Zeit ist der Motor nicht mehr nötig. Nur noch der Wind und das Rauschen der See ist zu hören. Bei Windstärke 3-4 geht es Richtung deutsche Küste und man vertreibt sich die Zeit mit relaxen und interessanten Gesprächen.

 

 

Der leichte Seegang ruft bei dem einen oder anderen ein leicht flaues Gefühl im Magen hervor und frische Luft und ein wenig zu essen wird empfohlen. Indessen reger Betrieb in der Kombüse, Konditorin Orianna sammelt die Zutaten für den geplanten Kuchen zusammen. Eine Donauwelle auf der Ostsee, eigentlich nicht alltäglich und so ist jeder gespannt, aber leider wird das Ganze erst am Abend nach dem Essen ausgegeben. Planänderung auf Grund der falschen Windrichtung.

Nicht Eckernförde, sondern das etwas nördlicher gelegene Maasholm ist unser heutiges Ziel. So werden gegen 15:00 Uhr die Segel wieder eingeholt, verpackt und es geht gegen den Wind, nun leider unter Motor weiter.

 

 

 

In der Kombüse hat das Personal gewechselt und die heutige Backschafter-Crew Markus, Silke, der zweite Thomas und unterstütz von Krissi beginnen mit den Vorbereitungen für den Gaisburger Marsch, einem schwäbischen Eintopf.

 

 

Punkt 16:00 Uhr legen wir an und bei gutem Wetter ist Landgang bis 19:00 Uhr angesagt. Einige können sich mit dem geplanten Speiseplan nicht so recht anfreunden und versuchen eine Alternative in Form eines Fischrestaurants zu finden. Der kleine Ort und die ausreichende Zeit bis zum Abendessen lädt auch zu einem kleinen Spaziergang am Strand und durch den Ort ein. Kurz nach 19:00 Uhr wird zum Backen und Banken geblasen. Das schwäbische Gericht wurde von der heutigen Koch-Crew mit viel Liebe zubereitet und entsprechend waren Lob und die Anzahl des Nachschlags, der Aufgrund der etwas kleineren Zahl an Essern, großzügig gehandhabt werden konnte.

 

Als Nachtisch gab es dann die Donauwelle und ein Schokostückchen mit einer von Matrose Matthieu beigesteuerten Kaffeebohne aus Kolumbien. In gemütlicher Runde saß man dann noch bis zum Sonnenuntergang an Oberdeck und man ließ den nun langsam dem Ende zugehenden Törn noch einmal Revue passieren. Regen erwartet uns am anderen Morgen und eine Besserung war nicht zu erwarten.

 

So legen wir nach dem Frühstück kurz nach 9:30 Uhr in Maasholm ab, um unter Motor in Richtung Kiel, unserem Zielhafen zu fahren. Denn auch der Wind meint es heute nicht gut mit uns. Er bläst zwar mit 3-4 Windstärken, aber leider aus Süden und das ist die Richtung, in die wir müssen.

 

 

Somit also keine Segel setzen und den Tag mit faulenzen, lesen, spielen, oder einem gemütlichen Plausch verbringen.

 

 

 

 

Für die uns entgegenkommenden Schiffe, wie dem Dreimaster Hendrika Bartels, passte der Wind ganz gut. Gegen 13:00 Uhr passieren wir Kiel Leuchtturm und aus der Kombüse kommt der Ruf: „Holt es euch, sonst schmeiß ich`s weg!!“ Die Küchencrew hatte aus den Resten vom Vortag eine spezielle Kässpätzle-Variante zusammengestellt. Diese Androhung sollte natürlich nicht in die Tat umgesetzt werden und so wurden auch diese Reste an den Mann, bzw. die Frau gebracht.

 

 

Um 14:00 Uhr legen wir, nach 5 erlebnisreichen Tagen, bei insgesamt gutem Wetter und vielen neuen Eindrücken, bei herrlichem Sonnenschein, wieder an der Blücherbrücke an. 150 Seemeilen wurden in diesen fünf Tagen zurückgelegt und neben schon Bekannten auch wieder neue Häfen angelaufen. In die Ferne geht es bei dem Kreuzfahrschiff „Mein Schiff 1„, das hinter uns gerade den Hafen verlässt. Eigentlich war zum Abendessen von der heutigen Kombüsen-Crew Tina, Jockel und Klaus ein Gulasch nach süddeutscher Art mit Semmelknödel und Salat geplant. Daraus wurde dann ein Gulasch nach Art des Skippers, aber mit den selbstgemachten Semmelknödeln und Salat. Am Ende waren aber alle satt und zufrieden und nur das zählt. Als Absacker dann noch ein Genever, ein Ramazotti oder heute zum Abschied einen Betzinger Eierlikör, der auch sehr gut zu dem von Uschi gespendetem dänischen Eis passte. Somit kann man auch kulinarisch von einem wieder erfolgreichen Törn sprechen.

 

Ein kurzer Gewitterschauer trieb uns dann doch in die Messe, aber schon nach kurzer Zeit war dieser vorüber und man ließ den Abend an Oberdeck ausklingen. Wobei sich unsere drei Musiker Thomas, Jockel und Mathieu mit der Gitarre, bzw. der Ukulele noch einmal richtig ins Zeug legten und so für einen würdigen Abschluss dieses spontanen Segeltörns sorgten. ( Bild 91 ) Die schon mal Dabeigewesenen können einmal mehr auf einen gelungenen Törn zurückblicken, aber auch die Neuen in der Crew waren von diese Art Urlaub zu machen begeistert und die gute Stimmung innerhalb der Gruppe sorgte zusätzlich für ein positives Fazit. Das es sicherlich nicht der letzte Törn sein wird, ist bereits klar, denn vom 9. bis zum 21.8.2021 ist die Regina Maris bereits wieder für die Schützengilde gebucht. Von Rostock nach Kiel wird dieser zweiwöchige Törn gehen und beinhaltet auch ein kleines Jubiläum, denn dann können die Betzinger Schützen auf 30 Jahre Segeltörn mit Skipper Martin Duba zurückblicken. KMT

Segeltörn 2017

23.-24.07.17 – Anreise / Ankunft Kiel

Ursprünglich als Jugendausflug der Schützengilde Betzingen im Jahr 1991 ins Leben gerufen, kamen beim diesjährigen, dem 14. Segeltörn, die Teilnehmer aus sehr unterschiedlichen Richtungen und Ländern.

Aus dem Schwabenland haben 2 Damen und 10 Herren die Anreise mit der Bahn gewählt.

Karin, Bettina, Bernd, Alexander und Ettore, ein Schweizer aus Balingen stiegen in Tübingen in den Regional Express, in Reutlingen kommen Hartmut, Werner, Thomas, Peter, noch ein Bernd und Organisator Klaus dazu.

In Stuttgart treffen wir auf Andreas, der in Stuttgart wohnt und auf Lisa, die bereits mit dem Zug aus München angereist ist.

Gemeinsam geht es durch die Nacht, um pünktlich um 5:50 Uhr in den Hamburger Hauptbahnhof einzufahren. Hier treffen wir auf Heidi aus Wien, die bereits am Vortag mit dem Flugzeug angereist war.

In Kiel angekommen wird in der Nähe des Bahnhofes erstmal gemütlich gefrühstückt, um dann mit dem Bus und einem kurzen Fußmarsch zur Blücherbrücke, dem Liegeplatz der Regina Maris zu gelangen.

Hier stoßen noch Berno und Diego aus Rostock, Orianna aus Aschaffenburg, Evelyn aus Bayern, Jessika aus Oststeinbek und Thomas aus Kiel dazu. Er hat die kürzeste Anfahrt und kommt mal kurz mit der Fähre.

Nachdem man sich begrüßt und etwas „beschnuppert“ hat, steht gleich die  erste gemeinsame Aufgabe an. Der bestellte Proviant für die nächsten 2,5 Wochen muss kontrolliert und auf dem Boot verstaut werden.

Auch der Weinlieferant ist pünktlich, sodass der Abfahrt nichts mehr im Wege steht.

Nach kurzer Begrüßung, Einweisung und Vorstellung der Crew, heißt es kurz vor Drei wieder einmal „Alle Leinen los und ein!“ und es geht hinaus in die Kieler Förde.

Zunächst noch mit Motor, da der Wind für uns etwas ungünstig bläst. Doch schon bald kommt das Kommando „Meine lieben Segelfreunde, die Segel müssen gesetzt werden.“ und jetzt sind alle Hände gefragt.

Aber auch in der Kombüse herrscht schon reges Treiben. Evelyn, Bernd, Andreas und Thomas die heutigen Backschafter, wie die Vorbereiter der Speisen auf Schiffen genannt werden, stellen das heutige Abendessen zusammen. Eine Reispfanne mit Fisch steht auf dem Speiseplan.

Um 20:30 Uhr wird dann der Anker fallen gelassen und kurz danach können wir uns das erste Menü der Reise schmecken und den Abend gemütlich ausklingen lassen.

Ankern heißt aber auch, es muss darauf geachtet werden, dass wir über nicht aus einen vorgegebenen Bereich hinaus treiben. Dazu wird eine aus 2 Personen bestehende Ankerwache eingeteilt, die sich alle 2 Stunden abwechselt. Je nach Wachtörnzeit, wird es für einige Teilnehmer wieder eine kurze Nacht.

25.07.17

Doch das reichhaltige Frühstück entschädigt für diese Entbehrung und Andy`s Spezialrührei steuert ein Übriges dazu bei.

Um 9:30 Uhr heißt es „ Anker auf“ und wir starten in Richtung der Insel Fehmarn, wobei die Küste auf Steuerbordseite immer in Sicht bleibt.

Der Wind frischt auf und es werden wieder Segel gesetzt. Doch leider aus der falschen Richtung, sodass diese nach kurzer Zeit wieder eingeholt werden müssen.

Kaum haben sich alle aus den Regensachen geschält, kommen die beiden Matrosinnen Gulia und Maatje, um uns mit dem Ruf „ Segel setzen“ wieder nach draußen zu holen. Großsegel, Schoner, Fock und Innenklüver werden wieder gesetzt und da es permanent regnet, merkt man bereits nach kurzer Zeit, wie wichtig gute Regenkleidung ist. Nun frischt der Wind noch weiter auf und bei einem heftigen Regenguss müssen die Segel schon bald wieder eingeholt werden.

Deshalb dann auch die Entscheidung von Skipper Martin den nächstgelegenen Hafen anzulaufen. Das ist die kleine dänische Hafenstadt Nysted, die ein paar von uns bereits in einem früheren Törn kennengelernt haben. Die Backschaftergruppe, unterstützt von Skipper Martin wird bereits beim Durchfahren eines großen Windparks und der schmalen Hafeneinfahrt aktiv, sodass wir kurz nach dem Anlegen um 16:50 Uhr die Lasagne mit grünen Salat genießen können.

Während sich Andy, mit Heidi, Orianna, Bettina, Evi und Alex die obligatorische Suche nach einem Bäcker aufnehmen, machen sich Jessika, Evelyn, Peter, Ettore, Lisa und Klaus auf den Weg, um sich das erste dänische Softeis zu gönnen.

Den Abend lassen wir dann in gemütlicher Runde in der Messe, dem Aufenthaltsraum auf dem Schiff, auslaufen und beim sich näher kennenlernen, stellt man fest, dass wir auch eine Konditorin unter uns haben. Diese wird natürlich gleich dazu überredet am nächsten Sonntag einen Kuchen zu backen. Nach mehreren Vorschlägen und Diskussionen, einigt man sich auf eine Donauwelle. Für das besondere Schmankerl am 2. Sonntag hat sich unsere Wiener Teilnehmerin Heidi dann bereit erklärt, einen Kaiserschmarrn zubereiten.

26./ 27.07.17

Da die Wettervorhersage nicht so gut ist, was bedeutet das mit viel Wind und Regen zu rechnen ist, wird beschlossen, den Tag gemütlich anzugehen und etwas später in Richtung Bornholm abzulegen. So wird die Zeit für eine kurze Sightseeing- und eine Einkaufstour genutzt. Doch das Wetter ist besser als die Prognose und es wird spontan beschlossen, doch schon etwas früher loszufahren. Die noch fehlenden Teilnehmer werden per Schiffshorn zurückbeordert und kaum sind alle an Bord geht es wieder los.

Es werden zwar gleich die Segel gesetzt, aber der Wind ist unter Land nicht so stark, sodass wir für die Ausfahrt den Motor zur Unterstützung benötigen.

Während sich ein Teil mit den Segeln beschäftigt, haben sich andere in der Messe um Matrose Job gesetzt, um ihm dabei zuzuschauen und sich erklären zu lassen, wie in Holland ein Brotteig zubereitet wird.

Sein gelernter Beruf ist Bäcker und so wird fleißig geknetet, um für das Frühstück am nächsten Morgen ausgestattet zu sein.

Kein Regen, aber auch wenig Wind haben wir auf der Fahrt in Richtung Bornholm. So werden zwar Segel gesetzt, aber wir benötigen wieder den Motor zur Unterstützung. Eine Nachtfahrt steht an und so müssen 4 Gruppen zu je 4 Teilnehmern für die Nachtwache eingeteilt werden, um die Crew zu unterstützen. Gegen Morgen werden dann auch die Segel wieder eingeholt und um 9:30 Uhr laufen wir in Tejn, einem kleinen Fischereihafen an der Nordspitze von Bornholm ein. Der Sommer zeigt sich auch wieder etwas mehr von seiner guten Seite und das obligatorische „Einlaufbier“ kann auf dem Mitteldeck eingenommen werden.

Landgang bis 19:00 Uhr ist angesagt und so verteilt man sich, um das kleine Dorf etwas näher kennen zu lernen. Natürlich wird auch nach einem Einkaufsladen und einem Bäcker Ausschau gehalten, um die immer wichtige Verpflegung sicher zu stellen.

Linsen mit selbstgemachten Spätzle und Saiten stehen heute auf dem Speiseplan, ein Gericht, dass auf keinem Törn der Betzinger Gilde fehlen darf. Wenn auch die Nichtschwaben ein wenig skeptisch sind, Bettina und Alex, die beiden Schwaben in der heutigen Kochgruppe haben alles und hier besonders die Spätzlespresse, im Griff und konnten alle von dem schwäbischen Nationalgericht überzeugen.