Segeltörn 2017

23.-24.07.17 – Anreise / Ankunft Kiel

Ursprünglich als Jugendausflug der Schützengilde Betzingen im Jahr 1991 ins Leben gerufen, kamen beim diesjährigen, dem 14. Segeltörn, die Teilnehmer aus sehr unterschiedlichen Richtungen und Ländern.

Aus dem Schwabenland haben 2 Damen und 10 Herren die Anreise mit der Bahn gewählt.

Karin, Bettina, Bernd, Alexander und Ettore, ein Schweizer aus Balingen stiegen in Tübingen in den Regional Express, in Reutlingen kommen Hartmut, Werner, Thomas, Peter, noch ein Bernd und Organisator Klaus dazu.

In Stuttgart treffen wir auf Andreas, der in Stuttgart wohnt und auf Lisa, die bereits mit dem Zug aus München angereist ist.

Gemeinsam geht es durch die Nacht, um pünktlich um 5:50 Uhr in den Hamburger Hauptbahnhof einzufahren. Hier treffen wir auf Heidi aus Wien, die bereits am Vortag mit dem Flugzeug angereist war.

In Kiel angekommen wird in der Nähe des Bahnhofes erstmal gemütlich gefrühstückt, um dann mit dem Bus und einem kurzen Fußmarsch zur Blücherbrücke, dem Liegeplatz der Regina Maris zu gelangen.

Hier stoßen noch Berno und Diego aus Rostock, Orianna aus Aschaffenburg, Evelyn aus Bayern, Jessika aus Oststeinbek und Thomas aus Kiel dazu. Er hat die kürzeste Anfahrt und kommt mal kurz mit der Fähre.

Nachdem man sich begrüßt und etwas „beschnuppert“ hat, steht gleich die  erste gemeinsame Aufgabe an. Der bestellte Proviant für die nächsten 2,5 Wochen muss kontrolliert und auf dem Boot verstaut werden.

Auch der Weinlieferant ist pünktlich, sodass der Abfahrt nichts mehr im Wege steht.

Nach kurzer Begrüßung, Einweisung und Vorstellung der Crew, heißt es kurz vor Drei wieder einmal „Alle Leinen los und ein!“ und es geht hinaus in die Kieler Förde.

Zunächst noch mit Motor, da der Wind für uns etwas ungünstig bläst. Doch schon bald kommt das Kommando „Meine lieben Segelfreunde, die Segel müssen gesetzt werden.“ und jetzt sind alle Hände gefragt.

Aber auch in der Kombüse herrscht schon reges Treiben. Evelyn, Bernd, Andreas und Thomas die heutigen Backschafter, wie die Vorbereiter der Speisen auf Schiffen genannt werden, stellen das heutige Abendessen zusammen. Eine Reispfanne mit Fisch steht auf dem Speiseplan.

Um 20:30 Uhr wird dann der Anker fallen gelassen und kurz danach können wir uns das erste Menü der Reise schmecken und den Abend gemütlich ausklingen lassen.

Ankern heißt aber auch, es muss darauf geachtet werden, dass wir über nicht aus einen vorgegebenen Bereich hinaus treiben. Dazu wird eine aus 2 Personen bestehende Ankerwache eingeteilt, die sich alle 2 Stunden abwechselt. Je nach Wachtörnzeit, wird es für einige Teilnehmer wieder eine kurze Nacht.

25.07.17

Doch das reichhaltige Frühstück entschädigt für diese Entbehrung und Andy`s Spezialrührei steuert ein Übriges dazu bei.

Um 9:30 Uhr heißt es „ Anker auf“ und wir starten in Richtung der Insel Fehmarn, wobei die Küste auf Steuerbordseite immer in Sicht bleibt.

Der Wind frischt auf und es werden wieder Segel gesetzt. Doch leider aus der falschen Richtung, sodass diese nach kurzer Zeit wieder eingeholt werden müssen.

Kaum haben sich alle aus den Regensachen geschält, kommen die beiden Matrosinnen Gulia und Maatje, um uns mit dem Ruf „ Segel setzen“ wieder nach draußen zu holen. Großsegel, Schoner, Fock und Innenklüver werden wieder gesetzt und da es permanent regnet, merkt man bereits nach kurzer Zeit, wie wichtig gute Regenkleidung ist. Nun frischt der Wind noch weiter auf und bei einem heftigen Regenguss müssen die Segel schon bald wieder eingeholt werden.

Deshalb dann auch die Entscheidung von Skipper Martin den nächstgelegenen Hafen anzulaufen. Das ist die kleine dänische Hafenstadt Nysted, die ein paar von uns bereits in einem früheren Törn kennengelernt haben. Die Backschaftergruppe, unterstützt von Skipper Martin wird bereits beim Durchfahren eines großen Windparks und der schmalen Hafeneinfahrt aktiv, sodass wir kurz nach dem Anlegen um 16:50 Uhr die Lasagne mit grünen Salat genießen können.

Während sich Andy, mit Heidi, Orianna, Bettina, Evi und Alex die obligatorische Suche nach einem Bäcker aufnehmen, machen sich Jessika, Evelyn, Peter, Ettore, Lisa und Klaus auf den Weg, um sich das erste dänische Softeis zu gönnen.

Den Abend lassen wir dann in gemütlicher Runde in der Messe, dem Aufenthaltsraum auf dem Schiff, auslaufen und beim sich näher kennenlernen, stellt man fest, dass wir auch eine Konditorin unter uns haben. Diese wird natürlich gleich dazu überredet am nächsten Sonntag einen Kuchen zu backen. Nach mehreren Vorschlägen und Diskussionen, einigt man sich auf eine Donauwelle. Für das besondere Schmankerl am 2. Sonntag hat sich unsere Wiener Teilnehmerin Heidi dann bereit erklärt, einen Kaiserschmarrn zubereiten.

26./ 27.07.17

Da die Wettervorhersage nicht so gut ist, was bedeutet das mit viel Wind und Regen zu rechnen ist, wird beschlossen, den Tag gemütlich anzugehen und etwas später in Richtung Bornholm abzulegen. So wird die Zeit für eine kurze Sightseeing- und eine Einkaufstour genutzt. Doch das Wetter ist besser als die Prognose und es wird spontan beschlossen, doch schon etwas früher loszufahren. Die noch fehlenden Teilnehmer werden per Schiffshorn zurückbeordert und kaum sind alle an Bord geht es wieder los.

Es werden zwar gleich die Segel gesetzt, aber der Wind ist unter Land nicht so stark, sodass wir für die Ausfahrt den Motor zur Unterstützung benötigen.

Während sich ein Teil mit den Segeln beschäftigt, haben sich andere in der Messe um Matrose Job gesetzt, um ihm dabei zuzuschauen und sich erklären zu lassen, wie in Holland ein Brotteig zubereitet wird.

Sein gelernter Beruf ist Bäcker und so wird fleißig geknetet, um für das Frühstück am nächsten Morgen ausgestattet zu sein.

Kein Regen, aber auch wenig Wind haben wir auf der Fahrt in Richtung Bornholm. So werden zwar Segel gesetzt, aber wir benötigen wieder den Motor zur Unterstützung. Eine Nachtfahrt steht an und so müssen 4 Gruppen zu je 4 Teilnehmern für die Nachtwache eingeteilt werden, um die Crew zu unterstützen. Gegen Morgen werden dann auch die Segel wieder eingeholt und um 9:30 Uhr laufen wir in Tejn, einem kleinen Fischereihafen an der Nordspitze von Bornholm ein. Der Sommer zeigt sich auch wieder etwas mehr von seiner guten Seite und das obligatorische „Einlaufbier“ kann auf dem Mitteldeck eingenommen werden.

Landgang bis 19:00 Uhr ist angesagt und so verteilt man sich, um das kleine Dorf etwas näher kennen zu lernen. Natürlich wird auch nach einem Einkaufsladen und einem Bäcker Ausschau gehalten, um die immer wichtige Verpflegung sicher zu stellen.

Linsen mit selbstgemachten Spätzle und Saiten stehen heute auf dem Speiseplan, ein Gericht, dass auf keinem Törn der Betzinger Gilde fehlen darf. Wenn auch die Nichtschwaben ein wenig skeptisch sind, Bettina und Alex, die beiden Schwaben in der heutigen Kochgruppe haben alles und hier besonders die Spätzlespresse, im Griff und konnten alle von dem schwäbischen Nationalgericht überzeugen.